Frühjahrsputz für die Hausapotheke

Designed by xb100 / FreepikImage designed by xb100 / Freepik

Vier von fünf Deutschen haben eine „Apotheke“ zu Hause. Allerdings überprüft nur ein Drittel von ihnen deren Inhalt regelmäßig. Mindestens einmal pro Jahr sollte die Hausapotheke jedoch durchgesehen werden. Dabei sollten alle Mittel, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist, herausgenommen werden.

Am besten ist es, zunächst die gesamte Hausapotheke in einen Karton oder einen Korb zu leeren, um sich dann mit jedem einzelnen Mittel näher zu befassen. Abgelaufene Medizin ist häufig nicht nur wirkungslos, sondern kann im Einzelfall sogar gefährlich werden. Dies gilt insbesondere für viele flüssige Mittel, die vielfach nach Anbruch nur eine begrenzte Zeit haltbar sind. Daher sollte man stets das Anbruchdatum auf der Packung notieren.

Augentropfen und Nasensprays haben oftmals eine verkürzte Haltbarkeit nach Anbruch. Diese Produkte sollte man nach Anbruch und vor Ablauf der Frist nicht in die Hausapotheke geben, da sie möglichst nicht von Partnern, Kindern oder anderen Menschen benutzt werden sollten. Sie können bestimmte Erkrankungen von einem auf den anderen übertragen.

Auch angebrochene Antibiotikablister, lose Arzneien ohne Schachtel und Beipackzettel, Tabletten oder Salben sowie Dragees oder Zäpfchen, deren Farbe oder Form verändert sind, sollten aussortiert werden. Ebenfalls nicht mehr verwendet werden sollten trüb gewordene Säfte.

Medikamente richtig entsorgen

Grundsätzlich können fast alle Arzneimittelreste über den Haus- oder Restmüll entsorgt werden. Allerdings sollte man dabei etwas Sorgfalt walten lassen. Damit sie nicht in die Hände von Kindern gelangen oder Tiere sie fressen, rät die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, Arzneimittel gut zu verpacken und erst am Leerungstag in die Mülltonne zu werfen.

Auch die Schadstoffsammelstelle der örtlichen Müllabfuhr nimmt die Arzneimittel an und entsorgt sie fachgerecht. Ebenfalls möglich ist, die ausgemusterten Packungen in die Apotheke zu bringen. Allerdings sind die Apotheker nicht verpflichtet, diese anzunehmen, sie tun es aber vielfach, um eine bestmögliche Entsorgung zu gewährleisten. Da der Müll meist verbrannt wird, stellt es kein großes Risiko für die Umwelt dar, da die Verbrennung enthaltene Schadstoffe weitgehend zerstört.

Spritzen und Kanülen sollten in verschließbare Gefäße gegeben werden, bevor man sie entsorgt, damit sich niemand daran verletzt. Alte Quecksilberthermometer gehören allerdings nicht in den Haus-, sondern in den Sondermüll.

Auf keinen Fall sollten Tabletten, Säfte und andere Medikamente über das Waschbecken oder die Toilette entsorgt werden! Die Arzneien dürfen nicht in den Wasserkreislauf gelangen. Aus dem gleichen Grund sollte das Ausspülen von Glasbehältern, in denen sich Arzneimittelreste befinden, unterlassen werden.

Die gut ausgestattete Hausapotheke

In der Hausapotheke finden Arzneimittel gegen akute Beschwerden ihren Platz. Zudem können dort auch Medikamente gelagert werden, die gegen chronische Erkrankungen einzunehmen sind.

Das Rote Kreuz empfiehlt die folgenden Mittel, die eine Hausapotheke enthalten sollte:

  • Schmerzstillende Tabletten
  • Fiebersenkende Mittel
  • Mittel gegen Halsschmerzen
  • Hustenmittel
  • Schnupfenmittel
  • Augentropfen
  • Mittel gegen Durchfall
  • Mittel gegen Verdauungsstörungen
  • Mittel gegen Übelkeit/Erbrechen
  • Abführmittel
  • Krampflösende Mittel
  • Entzündungshemmende Mittel
  • Mittel gegen Allergien
  • Insektenschutz
  • Wund- und Heilsalben
  • Brandsalben
  • Salbe gegen Prellungen
  • Desinfektionsmittel zur Haut- und Wunddesinfektion

Neben den Arzneimitteln sind auch Verbandsmaterialien in der Hausapotheke gut aufgehoben. Dazu gehören:

  • Heftpflaster (ggf. auch Sprühpflaster)
  • Mullbinden
  • Sterile Kompressen
  • Einmalhandschuhe
  • Zeckenzange
  • Brandwundenverband
  • Verbandklammern
  • Pinzette
  • Lupe
  • Verbandsschere
  • Fieberthermometer

Auch ein Eisspray, elastische Binden oder Coolpacks können die Ausstattung der Hausapotheke sinnvoll ergänzen.

Wer homöopathische Mittel bevorzugt, sollte in seiner Apotheke nach einer entsprechenden Ausstattung fragen. Genau wie nach Empfehlungen für die Auswahl von Medikamenten. Der Apotheker ist immer der erste Ansprechpartner!

Weitere Tipps

Damit die Hausapotheke im Notfall nicht lange gesucht werden muss, sollte sie einen festen, für Kinder unzugänglichen Platz haben. Fast alle Medikamente müssen kühl, trocken und dunkel aufbewahrt werden.

Der beste Ort für den Arzneischrank ist zumeist das Schlafzimmer, da es hier trockener und kühler als im Bad oder in der Küche ist. Für bessere Übersicht sorgen doppeltürige Modelle in XL-Größe. Insbesondere Pflaster und Verbandsmaterial können auch in der Küche deponiert werden, da hier das Verletzungsrisiko am höchsten ist.

In der Hausapotheke sollten auch die Notfallnummern (Notruf, Arzt, Krankenhaus, Giftnotruf und Apotheke) verzeichnet sein. Außerdem bietet sie einen sinnvollen Platz für eine Erste-Hilfe-Anleitung sowie die Impfpässe.

Alle Mittel sollten in der Originalverpackung aufbewahrt werden - inklusive Beipackzettel. Es ist zudem sinnvoll, auf der Packung zu notieren, wer das Mittel gegebenenfalls verschrieben bekommen hat und gegen welche Beschwerden. Nicht immer ist eindeutig auf dem Beipackzettel zu erkennen, welche Wirkung es in einem speziellen Fall haben soll.

Hilfreich kann auch sein, die Mittel nach Nutzer zu kennzeichnen. Dies kann z.B. mit farbigen Klebebändern geschehen. In Haushalten mit mehreren Generationen sollte man Kinder-Arzneimittel von denen für Erwachsene trennen. Zur Kennzeichnung eignen sich ebenfalls farbige Aufkleber.