Hilfe bei Mittelohrentzündungen

Foto: iStock.com/philipimageFoto: iStock.com/philipimage

Der größte Teil des Ohres liegt im Inneren des Kopfes, geschützt durch ein sehr hartes Knochengebilde, dem Felsenbein. Es ist ein kompliziertes Gebilde aus winzigen Knochen, dünnster Häute und kleinen Höhlen, die mit Luft oder Flüssigkeit gefüllt sind. Diese verstärken die Schallwellen aus der Umwelt und leiten sie als elektrische Impulse an das Gehirn.

Das Mittelohr liegt zwischen Trommelfell und dem Innenohr. Zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachenraum liegt eine offene Verbindung, die Eustachische Röhre. Diese Röhre, auch Trompete genannt, dient dem Druckausgleich im Ohr und zum anderen der Belüftung des Mittelohres.

Eine Mittelohrentzündung wird ausgelöst durch Viren oder Bakterien. Diese Krankheitserreger können nach einer überstandenen Infektionskrankheit (Scharlach, Masern oder Grippe) oder nach Erkältungskrankheiten durch die Eustachische Röhre in das Mittelohr gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen.

Die Symptome der Entzündung

Die Mittelohrentzündung beginnt in den meisten Fällen mit einem tauben, aber schmerzlosen Gefühl im Ohr, so, als wäre der Gehörgang mit Watte verstopft. Einige Tage später und meistens in der Nacht treten stechende, pulsierende Schmerzen auf. Dazu kommen, speziell bei Kindern, hohes Fieber und starke Kopfschmerzen. Der Allgemeinzustand verschlechtert sich und das Hörvermögen ist eingeschränkt. Neben Schüttelfrost kommt es auch zu Schwindel, Erbrechen und Durchfall.

Ursache dieser Symptome ist ein Anschwellen der Mittelohrschleimhaut, die sich entzündet und ein Sekret absondert, das die Ohrtrompete verschließt. Dadurch kann das weiterhin gebildete Sekret nicht mehr abfließen und staut sich vor dem Trommelfell.

Bei weiterer Vermehrung der auslösenden Krankheitskeime verwandelt sich das Sekret in Eiter. Wird der Druck zu groß, reißt das Trommelfell. Der Eiter kann abfließen und damit lassen auch die Schmerzen nach.

So behandelt der Arzt

Besteht der Verdacht auf eine Mittelohrentzündung, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann mit einem Ohrenspiegel das Trommelfell betrachten. Ist dies gerötet und nach außen gewölbt, liegt meist eine Mittelohrentzündung vor.

In der Anfangsphase der Entzündung können abschwellende Nasentropfen dazu beitragen, dass die Ohrtrompete wieder frei wird und das Sekret ungehindert abfließen kann. Ohrentropfen bewirken dagegen nichts, da sie nur bis in die äußeren Gehörgänge eindringen können.

Ist die Entzündung schon fortgeschritten und mit starken Schmerzen verbunden, helfen meistens nur noch Antibiotika, die die Infektionserreger abtöten. Wichtig ist es, die Antibiotika nach Vorschrift einzunehmen, auch wenn die Beschwerden relativ schnell nachlassen. Sonst kann es zu einem Rückfall kommen.

Schlägt das Antibiotikum nicht an, dann kann es ratsam sein, das Trommelfell vom Arzt durch einen kleinen Schnitt zu öffnen, damit das angestaute Sekret ablaufen kann. Dieser kleine Schnitt, wie auch der spontane Riss des Trommelfells, wächst in der Regel schon nach wenigen Tagen wieder zu. Während dieser Zeit kann es vorkommen, dass der Betroffene schlechter hört.

Das können Sie für Ihr Kind tun

Leider gibt es keine Vorbeugungsmaßnahmen bei kleinen Kindern gegen die Mittelohrentzündung. Zum einen ist bei Kleinkindern die Eustachische Röhre noch sehr kurz, wodurch sich die Erreger schneller im Mittelohr festsetzen können, zum anderen ist das Immunsystem, das vor den Erregern schützen kann, noch nicht fertig ausgebildet.

Daher haben bis zu ihrem dritten Geburtstag fast drei Viertel aller Kleinkinder zumindest eine Mittelohrentzündung durchgemacht. In dieser Zeit können Sie die Beschwerden mit Hausmitteln lindern.

Das betroffene Ohr sollte immer warm gehalten werden. Legen Sie das Kind mit dem entzündeten Ohr auf eine Wärmflasche. Eine andere Möglichkeit ist die Bestrahlung mit Rotlicht und zwar dreimal täglich für fünf bis zehn Minuten. Beaufsichtigen Sie Ihr Kind während der Bestrahlung, um Verbrennungen vorzubeugen. Am besten nehmen Sie Ihr Kind auf den Schoß oder legen es mindestens 50 cm vor die Lampe.

Der Betroffene sollte auf einem dicken Kissen schlafen und den Kopf hochhalten, damit Eiter und Flüssigkeit besser abfließen können. Kinder sollten auf der Seite und mit dem kranken Ohr nach oben schlafen.